Contour Newsletter - Behandlung von Keramikbrackets               

In Sachen Keramikbrackets haben wir gerade erfolgreich eine umfassende Umfrage abgeschlossen.

Die Fragen waren:
     Welche Klebematerialien werden benützt?
     Wie werden die Brackets wieder abgenommen?
     Wie hoch ist die Bruchgefahr?

Wir haben dabei auch den französischen Markt mit einbezogen, der in Europa der größte Markt für die Contour Keramikbrackets von ClassOne ist - seit mehr als 10 Jahren mit vielen tausenden Fällen Brackets pro Jahr.

 1) Kleben

Es ist kein spezielles Klebematerial nötig; der in der Praxis benützte Metall-Bracketkleber ist auf jeden Fall geeignet.
Es werden hier alle handelsüblichen Klebematerialien verwendet - von Zweipasten-Systemen, über lichthärtende Materialien bis zu Einpasten-Systemen. In den meisten Fällen wird das auch für die Metallbrackets benützte System verwendet.
Die Klebebasen von Contour und auch unseren anderen Keramikbrackets sind rein mechanisch; es besteht keinerlei Silanisierung,
so daß auch die Verbindung Paste und Basis rein mechanisch ist.

Wichtig: bei Verwendung von lichthärtenden Klebern muß, wie bei Metallbrackets, das Licht seitlich an der Basiskante angesetzt werden. Ein Belichten  „durch das Bracket hindurch“ ist bei Contour auf Grund der hohen Transluszenz nicht möglich. Die Lichtstrahlen werden zu stark gebrochen, um das Klebematerial auszuhärten
Wichtig: Die Klebemittelreste rund um die Basis müssen zügig mit einem Scaler, einer Jon Nielsen Sonde oder ähnlichen Instrumenten entfernt werden, da sonst die verfärbenden Klebemittelreste die Erscheinung des Brackets negativ verändern (auch wichtig für das Entfernen der Brackets)

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2) Debonden - Entfernen der Brackets

Contour ist seit 1987 in unveränderter Form erfolgreich im Einsatz. Berichte über Probleme beim Debonden liegen aus diesem langen Zeitraum nicht vor.

Es ist keine spezielle Methode zum sicheren Entfernen der Brackets nötig.
Auch hier ist keine einheitliche Technik zu sehen. Zum Debonden werden Schlaufen-Instrument, Hardwire Cutter/Seitenschneider oder Bracketentfernungszange mit einer oder 2 scharfen Schneiden verwendet. Die mechanische Retention ist so gestaltet, daß das Bracket „abpoppt“ und die Klebemittelreste weitgehend am Zahn bleiben. Dies ist die sicherste Methode, Schmelzrisse zu vermeiden.
Ein Instrument, in unserem ClassOne Katalog auf Seite 28 abgebildet, ursprünglich Band Slitting Zange genannt, und die man nur zum Aufschneiden von Molarenbändern benützte, wird von vielen Kollegen empfohlen. Allerdings sollte man darauf achten, nicht unbedingt die Schneiden sondern die Spitzen am Bracket anzusetzen (siehe Abbildung).
 

Wichtig: die Schneiden von Seitenschneider oder Bracketentfernungszange müssen scharf sein und unmittelbar an der Schmelz/Basis Verbindung angesetzt werden. Dazu ist es ebenfalls wichtig, daß – siehe auch Klebetechnik – die Klebereste gut entfernt wurden. Bei zu viel Überschuß können die Schneiden beim Zudrücken der Zange von der Zahnoberfläche auf das Bracket verschoben werden. Hier kann es dann beim Zudrücken der Zange auf den Bracket-Körper zu Brüchen kommen mit der Notwendigkeit, den Rest der Brackets abzuschleifen.
Wichtig:
Bracket Entfernungszangen sollen so geformt sein, daß beim Zudrücken die Verlängerung der Schneiden nicht den Bracket-Körper oder die Bracketflügel zusammendrücken, und damit evtl. das Bracket noch nach dem Entfernen zerstören. Dies hat auf den eigentlichen Debonding Vorgang keinen Einfluß. Das Entfernen von Bracket Resten aus dem Weichgewebe ist aber mühsam.  Es wird empfohlen den zweischneidigen Bracketentferner mesio-distal anzusetzen und bei den unteren Incisivi incisal/gingival.        

 

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3) Bruchgefahr

Hier liegen keine negativen Meldungen vor. Das sehr homogene und extrem feine „Granulat“ der Brackets, und die Tatsache, daß der Bracket-Slot nicht mechanisch nachgearbeitet wird, verhindert die Entstehung von Sollbruchstellen.
Wichtig: es ist trotz aller Vorsicht nicht zu vermeiden, daß durch äußere Einwirkungen – Sport o.ä. traumatisch bedingte Brüche auftreten.
Wichtig: Man sollte es grundsätzlich bei Keramik Brackets, wie auch allen anderen Brackets vermeiden, mit sehr starken Vierkant-Drähten oder Bögen extreme Torkkräfte auszuüben. Die Literatur berichtet von gelegentlichen Brüchen der Slots von Keramik-Brackets, allgemein.
Wichtig: Der Patient sollte angewiesen werden, bei einem aufgetretenen Bruch bei Keramikbrackets schnellstmöglich den Kieferorthopäden aufzusuchen. Brüche können sehr scharfe Kanten aufweisen und deshalb zu Verletzungen führen